Seit 1947 ehrt der italienische Hersteller Balma, Capoduri & C. im Rahmen eines festlichen Banketts Kunden, Geschäftspartner und – last but not least – langjährige verdiente Mitarbeiter. Anlässlich der Veranstaltung konnte sich Office&paper zudem über die Fertigung in Voghera informieren.
Die Unternehmenshistorie reicht weit zurück: Bereits im Jahr 1924 wurde Balma, Capoduri & C. in Voghera, Norditalien, gegründet und die Marke Zenith registriert. Immer noch befindet sich die Firma im Familienbesitz. Auf der Mailänder Handelsmesse im gleichen Jahr wurden der interessierten Öffentlichkeit erstmals Produkte vorgestellt.
Frühe Internationalisierung Ebenfalls 1924 begann die internationale Ausrichtung des Unternehmens mit der Präsenz auf der Pariser Messe und nur kurze Zeit später kamen die ersten in völliger Eigenregie entwickelten, gefertigten und konfektionierten Hefter und Heftklammern auf den Markt. Dieses Merkmal zeichnet Balma, Capoduri & C. auch heute noch aus: Von der Entwicklung der Produkte und deren Maschinen über die technische Umsetzung der Vorgaben bis hin zur Verpackung sind sämtliche Prozesse im eigenen Haus angesiedelt und spiegeln das Potenzial des in der Nähe von Mailand beheimateten Herstellers wider.
Verbindung von Tradition und Moderne Am Standort in Voghera sind momentan circa 170 Mitarbeiter beschäftigt, die beispielsweise jeden Tag circa 70 Millionen Heftklammern produzieren. Durch den unmittelbar neben der Fertigung angesiedelten Neubau für die Verwaltung fallen künftig auch die Strecken zwischen Produktion und Verwaltung, die bis vor kurzer Zeit im Stadtzentrum Vogheras lokalisiert war, weg. Der dreistöckige Neubau mit insgesamt rund 1.800 Quadratmetern Nutzfläche wurde nach den modernsten Standards errichtet und ist deutliches Zeichen der bei Balma, Capoduri & C. gelebten Verbindung aus Tradition und Moderne.
Vorbildliches Umweltmanagement Grundsätzlich atmen die Werkshallen diese faszinierende Mischung aus einem hohen Maß an Handarbeit, teilweise seit Jahrzehnten unverändert hergestellten Produkten wie dem preisgekrönten Heftklammerentferner Zenith 580 gegenüber einem hochmodernen Maschinenpark sowie zeitgemäßen Umweltmanagementsystemen. Ein weiteres Beispiel für ein allseits bekanntes Traditionsprodukt ist Coccoina, die weiße Klebepaste mit dem charakteristischen Mandelduft im klassischen Metallbehälter aus dem Jahr 1927. Hauptbestandteil des Klebers ist Dextrin, ein unbedenklicher und daher gut für Kinder geeigneter Rohstoff. Bereits in diesen Jahren der Anfangsphase des Unternehmens beschritt man ab 1930 mit passender Radiowerbung für Coccoina neue Wege, um ins Bewusstsein potenzieller Kunden zu gelangen. Mit dem raschen Wiederaufbau der Produktionsstrukturen nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die Verantwortlichen schnell in die Position, einen der Klassiker im Sortiment auf den Markt zu bringen: den Hefter „Zenith“ 548.
Mit Designpreis gekürt Knapp zehn Jahre später konnte dieses robuste und langlebige Modell einen der begehrtesten Preise für Industriedesign, den „Compasso d´Oro“ gewinnen. 1958 war auch das Geburtsjahr für den bereits eben erwähnten Heftklammerentferner „Zenith“ 580. Die von Giorgio Balma persönlich entworfene Zange überzeugt auch gut 50 Jahre nach ihrer Entwicklung durch Zuverlässigkeit, Stabilität und nahezu perfekte Ergonomie – ganz nebenbei gilt die „580er“ auch als absolutes Designhighlight. Dank der Verwendung hochwertigen Stahls und verschiedenen Blechsorten als Rohstoff kommt die Langlebigkeit zustande – auch heute wird die Zange unverändert hergestellt, allerdings machen sich die im Zuge der letzten Jahre stark gestiegenen Rohstoffpreise durchaus bemerkbar. Mittlerweile passen sich die Preise im Verlauf der Wirtschaftskrise wieder einem akzeptablen Niveau an, wie Aldo Balma im Gespräch bestätigte.
Vorbildliche Bindung Beim Rundgang durch die Produktionshallen fiel vor allem die enorme Geschwindigkeit beim Montieren der Einzelteile auf – in Anbetracht dessen, dass manche Mitarbeiter bereits seit 40 Jahren mit der Montage ein und der selben Produktreihe beschäftigt sind, wird dies allerdings verständlich. Grundsätzlich ist die Bindung des Managements und der Mitarbeiter in der Produktion an das Unternehmen vorbildlich: Im Rahmen des festlichen Abends ließen es sich Vater Giorgio und Sohn Aldo Balma nicht nehmen, an erster Stelle langjährige und verdiente Mitarbeiter für ihren Einsatz und ihre Loyalität persönlich zu ehren. Mitarbeiter wurden für 25- und 40-jährige Betriebszugehörigkeit und langjährige Kunden und Geschäftspartner in einer persönlichen Laudatio samt passendem Geschenk für ihre Verbundenheit zum Unternehmen geehrt.
Sukzessives Wachstum Der im Juli fertiggestellte Neubau ist die ideale Ergänzung zu den bestehenden Gebäuden, um sämtliche am Unternehmen beteiligten Abteilungen zusammenzuführen. Nachdem der Grundstock für den heutigen Standort des direkt an der Autobahn Turin-Piacenza gelegenen Unternehmens Mitte der siebziger Jahre gelegt wurde, folgte ein sukzessiver Aufbau der Kapazitäten bis hin zur Erweiterung auf rund 22.000 Quadratmeter im Jahr 1999. In diesem Jahr standen ebenfalls umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Umwelt auf der Agenda – von Abluftfiltern bis hin zu Klärsystemen für Abwässer. Parallel erfolgte bei Balma, Capoduri & C. eine behutsame Erweiterung und Überarbeitung der Produktpalette. Nach wie vor sind die klassischen Produkte der Marken „Zenith“ und „Coccoina“ die Umsatzbringer für den Hersteller aus der Lombardei.
Plagiate im Visier Natürlich wecken solch langlebige und erfolgreiche Produkte Begehrlichkeiten bei anderen Herstellern, die Plagiate und Kopien auf den Markt werfen. Balma, Capoduri & C. beobachten den Markt sehr genau und verwahren sich gegen solcherlei Plagiate. Letztlich entscheidet aber die sprichwörtliche Qualität und Zuverlässigkeit des Originalprodukts über den Erfolg. In diesen Belangen wird Balma, Capoduri & C. auch sicherlich in den kommenden Jahren Maßstäbe setzen.
TR
www.zenithbc.com
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